Geschichte

Das Haus wurde 1906 erbaut und ist seit 1978 im Besitz der Gemeinde Stäfa. Seit dem Jahr 2001 erstrahlt die Villa Sunneschy nach umfangreichen Restaurations- und Erneuerungsarbeiten wieder im farbigen alten Glanz. Ein Kleinod am Zürichsee, dessen Ausstrahlung weit über die Stäfner Gemeindegrenzen hinausreicht.

Es ist eine wechselvolle Geschichte, welche die Villa vom Bau im Jahre 1906 bis zur vollendeten Restauration und Erneuerung durchlaufen hat. Nicht immer wurden Charakter und Wert dieser Liegenschaft richtig erkannt, und mehrfach entging sie nur knapp zerstörerischen Eingriffen. Dass dieser besondere architektonische Zeitzeuge heute der Öffentlichkeit zur Verfügung steht, ist dem beherzten Handeln einiger Stäfner zu verdanken. Sie erwarben 1952 die Villa Sunneschy über eine eigens dazu gegründete und finanzierte Genossenschaft, um einen Verkauf an Auswärtige zu verhindern und die Liegenschaft langfristig den Stäfnerinnen und Stäfnern zu erhalten. Sie vollendeten diese Absicht, indem sie die Liegenschaft 1978 der Gemeinde veräusserten, obwohl andere Interessenten ein Vielfaches des bezahlten Preises geboten hatten. Das Engagement einiger Privater für das öffentliche Interesse traf sich hier in einmaliger Weise mit der Weitsicht des Gemeinderats und der Stimmbürgerschaft, die das Verkaufsangebot annahmen, obwohl die Gemeinde damals finanziell nicht auf Rosen gebettet war und noch nicht klar war, wie die Villa verwendet werden sollte.

Während sich der ausgedehnte Park um die Villa entsprechend den hauptsächlichen Kaufmotiven der Gemeinde schon bald als beliebte öffentliche Erholungs- und Badeanlage etablierte, stand die Villa selbst für kulturelle und Freizeitzwecke zur Verfügung, allerdings immer unter dem Vorbehalt einer definitiven Nutzung des Gebäudes. Dazu wurden während 20 Jahren zahlreiche Ideen und Projekte diskutiert, wobei die Vorschläge vom Gemeindehaus über ein gehobenes Restaurant bis zu einem Seminarhotel gingen. Erst als klar wurde, dass alle diese Vorschläge mit Einschränkungen für die öffentliche Nutzung der Parkanlage als Erholungs- und Badeplatz verbunden gewesen wären, fand die Diskussion zum Nächstliegenden: Sanierung und Renovation der Villa zum Zwecke der Nutzungsoptimierung ohne grössere Eingriffe in die Bausubstanz. Damit war auch der Weg frei für die Rückkehr zur Originalsubstanz, deren Freilegung uns Räume bescherte, die mit ihrer Farbigkeit auch die heutigen Besucherinnen und Besucher faszinieren und für sich einnehmen.

Die Renovation architektonischer Zeitzeugen ist ohne umfangreiche baugeschichtliche Recherchen nicht möglich; sie gehören gleichsam zum Handwerk des Denkmalpflegers. Es interessiert aber auch, wer die Villa Sunneschy gebaut und wer darin gewohnt hat. Bei der Renovation wurde auf eine kleine sozial-, kultur- und wirtschaftsgeschichtliche Goldader gestossen. Was zunächst nur als kurze Dokumentation gedacht war, ist dank der Fülle des zu Tage geförderten Materials zu einem überaus spannenden Buch geworden.

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